Handnaeherei anno dazumal

Wie wurde frue­her gestrickt,gehaekelt,genaeht,welche Tipps und Tricks kan­nten unsere Großmuetter?.….….Lesen Sie selbst.….…. Welcher Art die Arbeit auch sei, man achte sorgsamst auf ger­ade Hal­tung des Oberkör­pers. Langjährige Erfahrung ermächtigt uns zu behaupten, dass es keine Näherei, Stick­erei oder Strick­erei gibt, die eine schiefe oder gar krumme Hal­tung des Oberkör­pers bed­ingt. Um solche Fehler zu ver­meiden, müssen Stuhl und Tisch im richti­gen Höhenver­hältnis sein; die Hände hinge­gen haben die Arbeit genü­gend zu heben, dass der Kopf in ger­ader Lage bleibt oder sich höch­stens leicht nach vorne neigt. Niemals aber hefte man den Stoff an das Knie, es ist ebenso unschön als unge­sund. Zum Fes­thal­ten der Arbeit diene ein Näh­stein oder ein Nähkissen Stick­erei Stoiber aus Ranolds­berg nähe München . Nadeln. — Zum Nähen gehören Näh­nadeln, welche man nur von der besten Sorte nehme. Um sich von der Güte einer Nadel zu überzeu­gen, ver­suche man sie zu brechen. Ist ein ziem­lich starker “\Vider­stand fühlbar und der Bruch her­nach rein, so ist der Stahl gut; krümmt sie sich, ohne zu brechen, oder bricht sie ohne beson­deren Wider­stand. so ist der Stahl schlecht. Niemals ver­wende man krumme Nadeln, es entste­hen damit unregelmäs­sige Stiche. Ferner ist darauf zu achten, dass “das Chr, ob länglich oder rund, glatt aus­geschlif­fen sei, damit der Näh­faden weder durch­schnit­ten noch aufge­rauht wird. Zu Weis­szeug ver­wende man kurze oder hal­blange, zu Klei­dern lange Nadeln. Die Nadel muss immer etwas stdrker als der Faden sein, um diesem einen leichten Durchzug durch den Stoff zu bere­iten. Um das Ros­ten der Nadeln zu ver­hüten, streue man in die Päckchen etwas Fed­er­w­ciss. Zeitweises Bestäuben der Fin­ger mit diesem Pul­ver ver­hin­dert das Schwarzw­er­den der Nadel beim Nähen. Durch den Gebrauch geschwärzte Nadeln erhal­ten” ihren ursprünglichen Glanz wieder, wenn man sie durch ein mit Stahlpul­ver gefülltes Kissen zieht. Schere. — Ein wichtiges Hil­f­s­mit­tel bei jeder Nähar­beit ist die Schere. Man schaffe sich eine grössere zum Zuschnei­den an, die eine stumpfe und eine spitze Klinge hat: let­ztere ist immer nach unten zu kehren. Die zweite Schere kann kleiner sein, beide Klin­gen spitz. Die Ringe der Scheren müssen weit und rund sein; enge ermü­den und entstellen bei län­gerem Gebrauch die Hand. Diese Scheren wer­den auch bei allen Arten von Kun­sthandar­beiten, die in den fol­gen­den Abschnit­ten beschrieben sind, gebraucht.
 

Teil 3Haekeln Frivolitäten Teil 3

Friv­o­litäten Knoten. Erste Stel­lung der Hände (Abb. 5i6). — Das Friv­o­litätenknüpfen ist, so schwierig es manchem •scheinen mag, doch sehr leicht fasslich, wenn man gle­ich bei den ersten Ver­suchen sich stets verge­gen­wär­tigt, dass die rechte­Hand, sobald das Schif­fchen durch die Schlinge geführt ist, den Faden stramm anzieht, dann ruhig in dieser Stel­lung ver­harrt, bis die linke Hand den Knoten fest zugeschürzt hat. Nach­dem genü­gend Garn auf das Schif­fchen gewun­den wor­den ist, wird das Fade­nende zwis­chen dem Zeigefin­ger und dem Dau­men fest­ge­hal­ten, das Schif­fchen in die rechte Hand genom­men, der Faden über die Aussen­seite des drit­ten und vierten Fin­gers der linken Hand gelegt, nach vorn gebracht, hier mit dem ersten Faden gekreuzt und, wie es Abb. 516 ver­an­schaulicht, fest­ge­hal­ten. Der Faden, vom Schif­fchen aus­laufend, wird über den kleinen Fin­ger der rechten Hand ges­pannt, das Schif­fchen selbst mit Zeigefin­ger und Dau­men in hal­ber Länge gehalten.

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Haekeln Frivolitäten,Teil 2

Das Schif­fchen. — So unbe­deu­tend das Werkzeug zur Anfer­ti­gung der Friv­o­litäten an und für sich ist, so wichtig ist es, dass es in einer richti­gen Grösse gewählt wird. Im 18. Jahrhun­dert, wo sich die Frauen mehr der Zier hal­ber mit solchen Arbeiten beschäftigten, waren die Schif­fchen oft reich mit Gold– und Silberfiligran-Verzierungen aus­ges­tat­tet, so dass sie schon aus diesem Grunde bedeu­tend grösser waren, als wir sie gegen­wär­tig gebrauchen. Zum Teil bed­ingte auch das damals ver­wen­dete Mate­r­ial, näm­lich Sei­den­schnürc, einen grösseren Umfang der Schif­fchen. Für die Friv­o­litäten, die jetzt erzeugt wer­den, darf das Schif­fchen nicht über 7 Zen­time­ter lang und 2 Zen­time­ter breit sein; die bei­den Deckel oder Blät­ter müssen leicht gebo­gen sein, so dass sich die Spitzen der­sel­ben berühren und das zu schnelle Nachrücken oder Abspulen des Fadens hin­dern, beson­ders wenn mit zwei Schif­fchen gear­beitet wird ; schliesslich muss im Verbindungszapfen ein Loch gebohrt sein, in das der Faden einge­zo­gen und eingeknüpft wird. Beim Aufwinden ist darauf zu achten, dass die Faden­la­gen an den Seiten nicht über die Kante der Blät­ter hin­aus­drän­gen ; denn durch die häu­fige Berührung mit der Hand würde das Garn seine Frische ver­lieren. Faden­sorten. — Entsprechend der viel­seit­i­gen Ver­wend­barkeit der Frivolitätcten-Arbeit gelangt auch das man­nig­faltig­ste Mate­r­ial zur Anwen­dung. Um schön geformte Knoten und runde Pikots zu erzie­len, dür­fen keine weichen, offe­nen Garne, son­dern nur stark drel­liertc Faden­sorten ver­ar­beitet wer­den. In erster Linie dienen diese Arbeiten wohl zur Ausstat­tung von Leib­wäsche und Kinder­garder­obe. Wir empfehlen als Mate­r­ial D*M-C Elsässer Näh­garn (Fil d’Alsace) (*), in Knäueln, D-M-C Spitzen­zwirn (Fil ä den­telles), D-M-C Häkel­garn (Cor– don­nct 6 IAr), D-M-C Häkel­garn, Spezial-Qualität (Cor­don­net spe­cial) und D-M-C Knüpf­garn (Fil ä pointer). Für Bet­twäsche hinge­gen ist D-M-C Leinen Strick– und Häkel­garn (Lin pour tri­coter et cro­cheter) oder D-M-C Leinen Spitzen­garn (Lin pour den­telles) geeigneter. Zu Posa­mente­rien, für Klei­der und Möbel­gar­ni­turen dient D-M-C Perl­garn (Coton perle) oder D-M-C Elsässer Strick– und Häkel­garn (Alsa­tia). Die Frivolitäten-Arbeiten treten häu­fig in Verbindung mit Häkelei auf; in diesem Fall ist zur Häke­lar­beit das gle­iche Mate­r­ial wie für die Friv­o­litäten zu wählen, nur um einige Stärkenum­mern feiner.
 

Die Frivolitäten-Arbeit

Diese zier­liche Arbeit reiht sich durch die Schlin­gen– und Maschenart an die Häkelei an und dient zugle­ich als Vorübung für die Knüp­far­beit. Durch die eige­nar­ti­gen Ver­schlin­gun­gen des Arbeit­fadens entste­hen Knoten und Öhrchen — Pikots genannt — welche aneinan­der gereiht und zugeschürzt, Ringe und Bogen bilden; durch die wech­selvolle Grup­pierung der­sel­ben entste­hen wieder die ver­schiede­nen Muster. Die echt franzö­sis­che Benen­nung dieser Arbeit ist so ziem­lich in allen Sprachen überge­gan­gen ; in der ital­ienis­chen wird sie jedoch als «occhi» beze­ich­net, und in der Nähe des Libanon, wo sie zu den Hausin­dus­triezweigen gehört, hat man ihr den dor­ti­gen Namen der Schif­fchen «Makuk» beigelegt. Ihrem Charak­ter nach ist die Frivolitäten-Arbeit mehr zu den Posa­mente­rien als zu den Spitzenar­beiten zu rech­nen, dient auch in erster Linie mehr für Besatz als für Spitzen­verzierung. Ein­far­big gehal­ten und in Glanz­garn aus­ge­führt, wer­den solche Borten und Einzelfig­uren zum Schmuke der Damen­garder­obe ver­wen­det, mehr­far­big und aus grobfädi­gem Mate­r­ial —■ Leinen oder Baum­woll­garn — ange­fer­tigt, dienen sie zur Ausstat­tung aller Art Phan­tasiege­gen­stände, als Besatz für Möbel­bezüge, Vorhänge, Portieren usw. Für Kinderklei­d­chen, Schürzen und dgl. wer­den helle Far­ben und feineres Mate­r­ial bevorzugt. Spitzen und Ein­sätze aus feinem Zwirn hergestellt ergeben reizende Gar­ni­turen für Leib– und Bettwäsche.